Dorfchronik

Die im Rahmen einer Zeittafel dargestellte Entwicklungsgeschichte des Dorfes Kaunitz mit den jeweiligen Hintergrundinformationen ist ein erster Versuch, die wesentlichen Ereignisse der 275-jährigen Dorfgeschichte darzustellen. Da der erste Gedanke für die Erstellung der Zeittafel erst Anfang April 2023 entstand, erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Diese Zeittafel muss stetig ergänzt, vervollständigt und gegebenenfalls korrigiert werden. Die Dorfgemeinschaft ist für jede Anregung und Ergänzung dankbar.

Zunächst werden die ersten 100 Jahre (1743 – 1842) dokumentiert. Jeweils Anfang Aug., Okt., Dez. und Febr. folgen weitere 50 Jahre, so dass ab Anfang Febr. 2024 die 275 jährige Dorfgeschichte vollständig nachlesbar ist.

1743 | Unterzeichnung des Fundationsbriefes zum Bau einer Kirche

Am 1. März unterzeichnet Graf Maximilian Ulrich von Kaunitz-Rietberg im mährischen Brünn eine Urkunde. Inhalt dieser Urkunde war eine doppelte Stiftung für die Schaffung eines Gymnasiums in Rietberg und die Schaffung einer Pfarrei für die Bauernschaften Liemke und Österwiehe. Außer der Pfarrkirche sollte auch ein Pfarrhaus, ein Haus für den Kaplan und ein Haus für den Küster erbaut werden. Als Ort war die sogenannte Mayburg ausgewählt worden. Der Name Mayburg lässt auf eine ehemals dort vorhandene Fluchtburg genau auf der Grenze der Bauernschaften Liemke und Österwiehe verweisen und wurde alsbald durch den Namen Neukaunitz ersetzt.

1746 | Grundsteinlegung auf der Mayburg

Der Sohn des Stifters, Graf Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg, reiste in die Grafschaft Rietberg, wo er am 06. September perönlich den Grundstein der Neukaunitzer Pfarrkirche St. Marien Immaculata legte und einige Gesetze und Dekrete erlies. Schon am 14. September fuhr er zurück nach Brünn. Er hatte in Mähren das väterliche Erbe anzutreten, denn am 10. September war sein Vater Maximilian Ulrich in Wien verstorben. Nun konnte mit dem Bau der Pfarrkirche unter der Leitung von Johann Bernhard Dieden begonnen werden. Der Bau- und Zimmermeister war in dieser Zeit an vielen Projekten in der Grafschaft beteiligt.

1748 | Die neue Kirche zu Neukaunitz wird geweiht

Am 23. Mai 1748 weihte der Osnabrücker Weihbischof Johann Friedrich Adolf Freiherr von Hoerde die neue Pfarrkirche in Neukaunitz im halbfertigen Zustand ein. Dieses Datum gilt als Gründungsdatum für das Kirchspiel Neukaunitz und somit auch für das Dorf Kaunitz. Mit dem Bau der Pfarrkirche wurde zeitgleich die Küsterei errichtet (Fertigstellung 1748) und danach das Pfarrhaus. Die Kaplanei wurde 1750 gebaut. Das Jahr 1750 wird auch als das Jahr der Fertigstellung der Kirche (ohne Turm) angesehen.

1749 | Erster Pfarrer wird eingesetzt

Am 23. Januar wird Peter Ferdinand Bökamp aus Bokel damals “Vicarius“ und Lehrer an der hohen Schule zu Wiedenbrück, als erster Pfarrer im Kirchspiel Neukaunitz eingesetzt.

Kirchen Policey Ordnung zu Neukaunitz wird erlassen

Diese Ordnung hatte nichts mit den heutigen Gesetzen und ihren Hütern zu tun. Sie regelte das Verhalten der Kirchgänger in und um das Gotteshaus. Allerdings sah sie auch Strafen für Fehlverhalten vor.

1750 | Sängerbank als Kirchenchor

Hier wird zum ersten Mal im Zusammenhang mit den Gottesdiensten in der Kirchenchronik eine Sängerbank erwähnt. Diese Sängerbank sieht der Kirchenchor Kaunitz als seine Gründung an und ist damit der älteste Verein des Dorfes.

1753 | Mit dem Bau des Kirchturms wird begonnen

Mit dem Bau des Kirchturms wird begonnen.

1755 | Der Turm wird fertiggestellt

Der Turm wird fertiggestellt.

1758 | Kolonisten und Neubürger in Kaunitz

Als mit den Bauten auf der Mayburg begonnen wurde, war dieses Gebiet nur sehr dünn besiedelt. Aber schon bald bildete sich der erste Kern des Dorfes entlang der neuen Kirchwege aus Österwiehe und Liemke. Der Rietberger Landdechant, Pfarrer Schürckmann, verfasste die "Gehorsamste Relation wegen dem Dorfe Neukaunitz" - hierin unterstützt er die Bitte der ersten Einwohnergeneration auf die schlechte Bodenbeschaffenheit Rücksicht zu nehmen. 

Diese ersten "befreyeten Eingeseßnen" waren:

  • Kleinekämper, Wirtschafter und Garnhändler
  • Schneiderwirth, Wirtschafter und Bäcker
  • Jörgen Kaupmann, Handelsmann
  • Ewerd Schnittker, Schreiner
  • Herman Holtkamp, Schneider
  • Nicolaus Dreyer, Holzschuhmacher
  • Ernst Köster Steffen, Schuster
  •  Jacob Pahlers, Wittiben (Witwe) des Schulmeisters
  • des Johan Mersch Schulmeisters Sohn, ein Schreiner
  • Jacob Mersch, Christoph Ameling, Johan Peters und Otto Höweltewes, welche von der gewinnenden Hand lebten

1773 | Die Kolonie Neukaunitz im Urteil eines Zeitgenossen

Schon 1773 erschien in der hannoverschen Halbwochenschrift ein Artikel über Neukaunitz. Hier beschreibt ein Zeitgenosse seine Reise durch die Grafschaft Rietberg und bildet sich ein Urteil über die Anlage der Kolonie Neukaunitz.

1784 | Reform des Schulwesens in der Grafschaft Rietberg

Für die gesamte Grafschaft Rietberg wurde eine Reform des Elementarschulwesens eingeleitet. Die Verbesserung des Bildungswesens sollte damit vorangetrieben werden. Als erstes Schulgebäude in Kaunitz wurde die 1748 fertiggestellte Küsterei genutzt. Die Schulen auf dem Lande waren damals entweder Küsterschulen in den Kirchdörfern oder Kümmerliche Landschulen in den Bauernschaften, die von Wanderlehrern betreut wurden. In den bäuerlichen Schulen stand oft nicht schreiben, lesen und rechnen an oberster Stelle, sondern das Lernen von praktischer Arbeit. Der Küster war früher oft auch noch Organist, Lehrer und Postmeister.

1786 | Sechsjährige Schulpflicht wird verordnet

Auch wenn die verordnete 6-jährige Schulpflicht zunächst nicht in allen Teilen der Grafschaft sofort durchgesetzt werden kann, bleibt der von Wenzel Anton in der Grafschaft Rietberg vollzogene bildungspolitische Fortschritt, auch der in der Lehrerausbildung, insgesamt bemerkenswert und vorbildlich.

1794 | Fürst Wenzel Anton Graf Kaunitz stirbt

Fürst Wenzel - Anton Graf Kaunitz–Rietberg starb am 27. Juni im Alter von 83 Jahren. Der langjährige Österreichische Staatskanzler und Regent der Grafschaft Rietberg schied in Mariahilf bei Wien aus dem Leben.

1821 | Die Grafschaft Rietberg kommt zur Diözese Paderborn

Die Grafschaft Rietberg wurde von der Diözese Osnabrück getrennt und der Diözese Paderborn zugeordnet. Durch die Vereinbarung zwischen Preußen und dem heiligen Stuhl über die Neuordnung der preußischen Bistümer gelangten Teile vom Bistum Osnabrück, darunter die Grafschaft Rietberg, zum Bistum Paderborn.

1828 | Erstes Schulhaus neben der Küsterei wird gebaut

Die erste Dorfschule wurde gebaut, und nachdem sie hier in Neukaunitz "mindestfordernt ausgesetzt, erhielten die Colonen Ober und Unteramsel in Hövelhof darauf den Zuschlag zu 360 Reichstalern. Wofür sie alles Fenster, Thüren, Bänke, Öfen, Bedielung, Verputzung, so wie sie dasteht, sogar die Schlösser an die Thüren liefern und in Stand setzen lassen mussten". Der bisherige Raum im Küsterhaus war zu klein geworden.

1833 | Der erste Schützenverein wird gegründet

Gründung des ersten Schützenvereins für die Kirchspiele Verl und Kaunitz "Vereinigte Schützengilden Verl und Kaunitz", spätere Umbenennung in "St.Hubertus - Schützengilde Verl 1833 e.V."

Im Jahre 1832 wurde in Verl das erste Schützenfest gefeiert. Das Fest fand einen so großen Anklang bei Alt und Jung, das schon Anfang 1833 beschlossen wurde, einen Schützenverein zu gründen. Gemeinsam mit dem Kirchspiel Kaunitz sollte von nun an jährlich ein Schützenfest zur selbigen Zeit gefeiert werden.

Maximilian Laning kommt als neuer Vikar nach Kaunitz

1840 | Kaunitz wird Postexpedition

In Kaunitz wurde am 01. September eine Postexpedition eingerichtet. Die Fahrpost zwischen Bielefeld und Paderborn wurde über Verl, Kaunitz und Neuhaus befördert. Die Fahrpost wurde auf wetterabhängigen, engen und sich durch die Landschaft windenden Wegen gefahren. Übergeordnete Stellen drangen auf den Bau neuer Chausseen. Diese ließen aber auf sich warten. 

1846 | Kaunitzer wird König der vereinigten Schützengilden Verl-Kaunitz

Der Kaunitzer Eberhard Meybörger erobert die Königswürde beim Verl-Kaunitzer Schützenfest. Zu seiner Königin erwählt er sich die Ehefrau des Kaufmanns Dreyer, welche ebenfalls in Kaunitz wohnte.

1846 | Neuer Gendarm in Kaunitz

Anstelle des pensionierten Gendarmen Jacob Teplich wurde der Militäranwärter Vogt aus Erfurt am 01. Okt. 1847 zum Gendarm in Kaunitz ernannt.

1848 | Protestmarsch der Bauern zum Wohnsitz ihres Grundherrn

Schon einige Jahre hatten die Bauern des Rietberger und Verler Landes ihren Grundherrn Friedrich Ludwig Tenge auf ihre ärmlichen Verhältnisse hingewiesen. Es waren ihm aber keine Zugeständnisse abzuringen. So machten sich am 24. März 1848 bis zu 4000 Bauern auf zum Marsch nach Niederbarkhausen bei Oerlinghausen, dem Wohnsitz Tenges. Hier wurde er zu Zugeständnissen gezwungen, die auf dem Rückweg in der Schankwirtschaft der Witwe Nordbrock fixiert wurden.

1849 | Vikar Maximilian Laning wird zum neuen Pfarrer von Kaunitz ernannt

Geboren am 28.08.1807 in Rietberg besuchte Maximilian Laning das dortige Progymnasium. Seine Studien beendete er in Paderborn und wurde dort am 9.08.1931 zum Priester geweiht. Im Herbst 1833 kam er als Vikar nach Kaunitz. Am 26.07.1849 wurde er als Nachfolger des verstorbenen Pfarrers Drüke als Pfarrer von Kaunitz ernannt.

1856 | Beginn des Baus einer direkten Verbindung zwischen Verl und Kaunitz

Ging der Weg von Verl nach Kaunitz bisher über gewachsene Wege mit vielen Windungen, deren Nutzung für Pferdefuhrwerke auch noch von der Witterung abhängig war. So drängte die Bezirksregierung in Minden auf den Bau einer direkten Verbindung von Verl nach Kaunitz. Das Amt Verl gab schon 1844 die Zusage, mit dem Bau zu beginnen. Sie sollte Teil der Personen- und Fahrpostverbindung von Bielefeld-Brackwede über Verl, Kaunitz, Schloß Neuhaus nach Paderborn werden. 1854 wurde die Chaussee von der Dalke-Brücke aus bis an den Dorfrand von Verl fertig. 1855 konnte die Fertigstellung durch das Dorf Verl gemeldet werden. Erst danach begannen Verhandlungen über den notwendigen Landkauf. Nach deren Vollzug wurde mit dem Weiterbau der Chaussee nach Kaunitz begonnen.

1856 | Österwiehe bekommt einen festen Schulstandort, die Vorbeck-Schule

Die Gemeinde Österwiehe kauft von Konrad Lütkeherm ein Grundstück mit Wohnhaus und baut das Wohnhaus zu einer einklassigen Schule mit Lehrerwohnung um.

1859 | Die Chaussee zwischen Verl und Kaunitz wird fertig gestellt

Nachdem 1857 die Erdarbeiten an der Trasse beendet und Steine angeliefert waren, konnte man mit der Befestigung der Chaussee beginnen. 1858 begannen die Anwohner mit der Anpflanzung der Bäume um die Böschungen zu befestigen. 1859 konnte die Chaussee bis Kaunitz fertiggestellt werden. Der Weiterbau Richtung Hövelhof und Schloß Neuhaus ließ allerdings noch bis 1883 auf sich warten.

1860 | Auch Liemke bekommt einen festen Schulstandort, die Obermeier-Schule

In Liemke I wurde die einklassige Obermeier-Schule mit einer Lehrerwohnung gebaut. Das Land für die Schule wurde vom Erbpachthof Borries-Osdiek gekauft, gehörte aber eigentlich zum Hof Obermeyer, daher Obermeyer-Schule.

1861 | Neueröffnung der Postexpedition II. Klasse

Als Postexpeditionen wurden seit dem 18. Jahrhundert kleine Poststellen bezeichnet, die den eigentlichen Postämtern untergeordnet waren. Die Expeditionen wurden in die Klassen I und II eingeteilt. Die Vorsteher der Postexpedition I waren kündbar angestellte Fachbeamte. Die der II Klasse nebenamtlich tätige Ortseinwohner. 1852 wurde die Postexpedition in Kaunitz geschlossen und nach Verl verlegt. Neun Jahre später, am 01. Mai 1861, wird die Kaunitzer Postexpedition wiedereröffnet. Postexpediteur wurde der früher schon im Postdienst in Kaunitz tätig gewesene Müller. Kaunitz hatte damals 190 Einwohner, womit sich die Briefpost in Grenzen hielt. Jedoch verschickten damals schon einige Fleischwarenhandlungen ihren westfälischen Schinken und eine Zigarrenfabrik ihre Zigarren.

1871 | Kaunitzer Pfarrer wird Dechant

Der Kaunitzer Pfarrer, Maximilian Laning, wird neuer Landdechant des Dekanates Rietberg.

1876 | Der Friedhof in Kaunitz wird verlegt

Bereits in den 60er Jahren dieses Jahrhunderts wurde Pfarrer Laning von der Landesregierung Minden aufgefordert, den Friedhof aus hygienischen Gründen ausserhalb des Dorfes anzulegen. Das Grundstück für den neuen Friedhof wurde von der Witwe Theres Schnitker gekauften und 1876 eingeweiht. Ferdinand Thiesbrummel, Kind des Kötters Heinrich Thiesbrummel in Liemke, wurde im Juli 1877 als erste Leiche auf dem neuen Friedhof begraben. Am 23. August wurde der Kaplan Joseph Schmidt, der 17 Jahre in Kaunitz gewirkt hat, auf dem Friedhof begraben. Die Engelsfigur, die sein Grab schmückte, ist heute noch auf dem Friedhof zu sehen.

1880 | Die Obermeyer-Schule brennt ab

Am 25.September brennt die Obermeyer-Schule in Liemke ab. Die Schüler und Lehrer Augustin Scheidt bekommen eine behelfsmäßige Unterkunft auf dem Hof Peitzmeier.

1880 | Die Markuskapelle wird errichtet

Als Ersatz für eine baufällige Fachwerkkapelle wurde in der Nähe des Hofes Meier Johanliemke die Markuskapelle errichtet (am heutigen Kapellenweg).

1881 | Kaiserlicher Orden für Dechant Laning

Kaiser Wilhelm der 1. Verleiht Dechant Laning zum 5o jährigen Priesterjubiläum den Roten Adler Orden 4. Klasse. Diese Auszeichnung wurde als Verdienstorden zu 50 und 60 jährigen Jubiläen verliehen.

1882 | Blitz schlägt in den Kirchturm

Der Turm der Kirche wurde im Juni 1882, ca. 16.00 Uhr, vom Blitzschlag getroffen und brannte ab. Der Turmhelm wurde vollständig zerstört. Die Glocken waren geschmolzen, ein Teil des Kirchendaches wurde stark beschädigt und die Orgel war nicht mehr bespielbar. Noch im selben Jahr beschloß der Kirchenvorstand den Wiederaufbau.

1882 | „Neupriester“ Franz Fröhling kommt nach Kaunitz

Der Priester Franz Fröhling wurde unmittelbar nach seiner Priesterweihe zur Unterstützung des hochbetagten Pfarrers und Landdechants Maximilian Laning ab dem 20. Okt. 1882 in Kaunitz eingesetzt. Bis zur Versetzung in den Ruhestand am 27. Mai 1930 war er insgesamt 48 Jahre als Priester in Kaunitz tätig. Ein Bericht über das positive Wirken von Pfarrer Fröhling in Kaunitz folgt in 2024. Die Straße gegenüber dem neuen Elli-Markt, die zur Siedlung auf dem ehemaligen Kirchengrundstück führt, wurde nach ihm benannt.

1882 | Ersatzbau für die abgebrannte Obermeier-Schule

Nachdem die Obermeierschule 1880 durch einen Brand zerstört wurde, konnte der Unterricht vorübergehend in Räumlichkeiten auf dem Hof Peitzmeier, gen. Obermeyer behelfsmäßig weitergeführt werden. Die abgebrannte Obermeierschule in Liemke I wird als zweiklassige Schule mit zwei Dienstwohnungen an gleicher Stelle neu errichtet und 1882 bezogen.

1883 | Der neue Kirchturm wird ein Meter höher gebaut

Der abgebrannte Kirchturm wurde ein Meter erhöht und in seiner jetzigen Form wieder aufgebaut. Mit den Bauarbeiten wurde der Bauunternehmer Tentenberg aus Callenhard beauftragt und die Dacharbeiten wurden dem Schieferdeckermeister Biering aus Bielefeld übertragen. Die beschädigte Orgel wurde vom Paderborner Orgelbauer Randebrock, der diese auch 1874 geliefert hatte, wieder hergestellt. Die drei geschmolzenen Glocken wurden vom Hildesheimer Glockengießer Radler mit dem Dreiklang d-fis-a ersetzt. Am 28. Aug. 1883 waren alle Renovierungsarbeiten abgeschlossen.

1885 | Männerchor Kaunitz gegründet

Kaplan Franz Fröhling gründet mit Gleichgesinnten den Männerchor Kaunitz. Zu den Mitbegründern zählten Alois Brokbals, Christoph Geisemeier, Georg Johannhansmeier, Ferdinand Nordbrock und Peter Venne. In den ersten dreizehn Jahren, bis 1908, wurde der Männerchor von Kaplan und späteren Pfarrer Fröhling geleitet. Die Probeabende wurden in der Alten Küsterei abgehalten.

1886 | Spar- und Darlehnskasse Kaunitz gegründet

Die Kaunitzer Spar- und Darlehnskasse, eine eingetragene Genossenschaft mit insgesamt 29 Gründungsmitgliedern, wird am 05.05.1986 gegründet. Der Geschäftsraum befand sich bis 1895 im Haus des Gastwirtes und ersten Rendanten Klemens Nordbrock. Am 10.05.1895 wurde Lehrer Ferdinand Schwarze zum Rendanten gewählt und der Geschäftsraum wechselte in das 1892/93 neu gebaute Schulgebäude in Kaunitz.

1889 | Neuer Polizeiwachtmeister in Kaunitz eingesetzt

Für die Gemeinden Österwiehe und Liemke wird Polizeiwachtmeister Hermwille in Kaunitz stationiert.

1890 | Schulverband Kaunitz wird gegründet

Die Gemeinden Österwiehe, Bornholte und Liemke gründen den Schulverband Kaunitz.

1891 | Chaussee Kaunitz - Steinhorst

Die Chaussee von Kaunitz nach Steinhorst wird bis zur Grenze von Delbrück/Steinhorst gebaut, insgesamt 2.081 m.

1892 | Der Kriegerverein Kaunitz wird gegründet

Am 16. Mai 1892 fand die Gründungsversammlung vom Kriegerverein Kaunitz statt.

1892 | Zwei Dorfschulen in Kaunitz und Österwiehe werden gebaut

Eine neue Dorfschule Kaunitz, bestehend aus zwei Klassenzimmer und zwei Wohnungen für das Lehrpersonal, wurde auf dem Gelände des jetzigen Dorfplatzes, gegenüber der Volksbank, gebaut. Mit dem Bau der Schule wurde am 06.09.1892 begonnen, der Grundstein wurde am 17.09.1892 gelegt. Die Kosten für den Schulneubau betrugen rd. 18.000 Reichsmark. Das Grundstück hatte der Schulverband Kaunitz bereits 1890 vom Landwirt Heinrich Busche erworben. Die Dorfschule wurde 1914 auf vier Klassen erweitert.

Die Gemeinde Österwiehe errichtete zusätzlich zur „Vorbeckschule“ im Westen der Gemeinde eine zweite einklassige Schule mit einer Lehrerwohnung, die Spitzkrugschule. Am 16. Nov. 1892 wurde die Spitzkrugschule in Gegenwart des Pfarrers und Ortsschulinspektors Ferdinand Kühlmann, der Pfarrgeistlichen, des Amtmanns Rohden und der Lehrer Küper und Deppe mit den Schulkindern feierlich eingeweiht. 1930 wurde die Spitzkrugschule um einen zweiten Klassenraum erweitert.

1930 | Erweiterung der Spitzkrugschule

Im Herbst 1929 wurde mit dem Anbau an der Spitzkrugschule begonnen. Angebaut wurde ein Klassenzimmer und eine weitere Lehrerwohnung. Nach den Pfingstfeiertagen wurde das neue Klassenzimmer bezogen.

1933 | Die NSDAP, Ortsgruppe Verl, wurde gegründet

Die Ortsgruppe der NSDAP Verl wurde 1933 gegründet. Sie umfasst zunächst den gesamten Amtsbezirk Verl. 

2023  | Test

Dies ist ein Testtext erstellt von Siegfried, kann auch gelöscht werden.

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